Teuerster Freund,

Teuerster Freund,

schön Euch wieder zu sehen. Der Winter war hart und lang, aber wie ich sehe, konnte Euch die Kälte nichts anhaben. Ihr seht gut aus. Die Swadde Spoekelbiester? Nun, von denen kann ich Euch gerne berichten, wenn es Euch beliebt.

So dann, es war die Mitte des 4. Monats des Jahres 18. Mim und Arnvidh trafen samt Kutsche am Tage des Thors am Hofe Selenas und Acairs ein. Das erste Ziel ihrer Pilgerreise waren die Weiten Luhmühlens, südlich der Elbe. Nach kurzer Verladung des zweiten Karrens speisten die Spoekelbiester und feierten ihre Zusammenkunft nach den erbarmungslosen Wintertagen. Doch wurden auch bald die Lichter gelöscht, denn im Schutze der Nacht planten die Spoekelbiester aufzubrechen. Und so kam es auch. Unter dem zornigen Grollen des Donnergottes und seinen hellleuchtenden Blitzen, wurden die Pferde gesattelt und man brach auf. Die Reise verlief reibungslos und wie geplant, und kurz nachdem die Sonne ihre ersten zaghaften Strahlen über die Erde ergoss, erreichten die Swadde Spoekelbiester ihre Pilgerstätte.

Durch ihre frühe Ankunft, blieb den Spoekelbiestern genügend Zeit, die müden Knochen zu wärmen und sich auf das Aufschlagen des Lagers vorzubereiten. Zwischenzeitlich traf auch die Unterstützung für die Pilgerung zu Luhmühlen ein. Nebst Helmut und seiner Schwester Siggi, zwei ehrenwerten Menschen, deren Bekanntschaft im Jahr zuvor zu Hohenlockstedt gemacht wurde, begleitete auch Björn, ein Kundiger der Waffenkunst und Lehrmeister Arnvidhs, die Swadde Spoekelbiester über die Tage hinweg. Nach einer ersten Einweisung durch Igor, einer rechten Hand des Drachen daselbst, wurde auch recht schnell ein geeigneter Lagerplatz gefunden und man begann mit der Aufstellung desselbigen. Dieser wurde nur ein einziges Mal durch eine kurze Öffnung der Himmelsschleusen unterbrochen. Nach einem zügigen Aufbau und der Einrichtung der Lagerstätten, begab sich eine Abordnung zur Tagesbesprechung unter der Führung Igors. Die Verbliebenen richteten weiter das Lager her und als die Nacht anbrach, ging man zum gemütlichen Teil über. Zwar gestaltete sich die Mahlzubereitung als etwas schwierig, da sich zwischenzeitlich die Himmelsschleusen erneut und dauerhaft geöffnet hatten, doch die Spoekelbiester trotzten dieser Prüfung und alle Pilger konnten ihre Mägen reichlich füllen.

Am nächsten Morgen wurde schon recht bald klar, dass der Wettergott den Pilgerern zu Luhmühlen nicht gewogen war. Nach dem gemeinsamen Frühstück und der Aufklarung des Lagers, begab sich das Heerbanner der Spoekelbiester zur Markteröffnung. Arnvidh kämpfte derweil damit, das Feuer am Leben zu halten und hielt die Stellung im Lager. Nach der Rückkehr ins Lager, einigte man sich bald darauf, dass das Kochen der geplanten Mahls an diesem Tage ins Wasser fallen würde, und so begab es sich, dass die Spoekelbiester den Tag nutzen würden, um die Pilgerstätte selbst zu erkunden. Kurz vor der Mittagsstunde, trafen angeführt vom Seelenfänger und seiner schwarzen Kiste, Endres und Gemahlin, sowie Lars, ein Krieger aus dem höchsten Norden, ein und beehrten die Spoekelbiester. Auch Markus, ein guter Freund des Lagers, kam nicht um einen Besuch umhin. Zu einer späteren Stunde traf auch Daniela im Lager ein um den Biestern einen kurzen Besuch abzustatten. Und schon bald waren die Spoekelbiester grüppchenweise unterwegs. Acair und Selena schlenderten über den Markt und begutachteten die Auslagen der hiesigen Händler, Helmut und Siggi taten es ihnen gleich, und Björn und Arnvidh frönten dem Mete und übten sich in der Kunst des Axtwerfens. Es wurden Bekanntschaften zu anderen Pilgerern geschlossen, unter anderem einer illustren Gruppe grimmiger Seefahrer, der „Monkey Crew“ sowie unseren Nachbarn „Castellum Plebeius“ die uns mit leckerem Stampf mit Möhren versorgten.  Auch der schwarze Tod wurde von den Biestern und weiteren Mitstreitern bezwungen und der Erfolg wurde gebührend gefeiert. Nachdem sich nach und nach das Lager leerte, zog Arnvidh über die Pilgerstätte und versackte an einem wärmenden Feuer, wo nicht nur das Feuer warm, sondern auch die Gesellschaft äusserst herzlich war, doch das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.

Der Tag der Abreise begann mit grauem Wetter und der Erkenntnis, dass auch an diesem Tage die Küche kalt bleiben würde. So stellte Acair dann auch recht schnell seine Tätigkeiten als Stabschläger ein und es wurden die letzten Besorgungen erledigt. Arnvidh, noch angeschlagen vom Tag zuvor, nutzte die Auszeit, um sich auf die Rückreise vorzubereiten und Erholung zu finden. Ihm gleich taten es Selena und Björn. Trotz der regnerischen Tage und dem Umstand der kalten Küche liessen sich die Spoekelbiester die Stimmung nicht verhageln. Und sie sollten belohnt werden. Die Stunden des Abbaus brachen an und der Wettergott fand Erbarmen und liess die Sonne die kalten Glieder wärmen. So konnten die Spoekelbiester des Abends trockenen Fusses abbauen und als die Sonne den Horizont umarmte, waren die Karren abmarschbereit. Nach einer kurzen, letzten  Zusammenkunft, verstreuten sich die Spoekelbiester und traten den Weg gen Heimat an.

Und so endet dieses Kapitel hier. Wollt Ihr mehr hören, so suchet mich doch wieder auf, Euer Krug wird hier nie leer sein. Wollt Ihr die Spoekkelbiester erleben, suchet sie auf und geniesset die Gastfreundschaft. Ich freue mich auf unsere nächste Zusammenkunft. Bis dahin, gehabt Euch wohl und lebet das Leben.

Die Bilder wurden aufgenommen und zur Verfügung gestellt von Seelenfänger [Photographie], Selena und Arnvidh.

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