… und so sitzen wir hier, in der Hand kühles Bier, trinken voll Genuss und äusserst geeeeeeeeern… Und scheissen auf unser‘n Herr‘n!!!

Hahaha, ein gutes Lied, stets Balsam für die Seele. Ah, treuester Freund! Schön ist es hier, gute Stimmung an diesem Fleck. Diese Taverne kann alsbald mein zweites Heim genannt werden. Setzt Euch! Wirt, einen Humpen für meinen guten Freund!

So, und nun lauschet dem letzten Abenteuer der Swadde Spoekelbiester.

An eine stürmischen und trüben Tage zu Beginn des Heumondes, genauer gesagt der siebte, machte sich eine kleine Abordnung der Swadde Spoekelbiester auf, die Felder zu Großenaspe anzureisen. Mim und Arnvidh, folgten der Einladung des Burgvolks zu Wittorf um der Pilgerung am Heerweg beizuwohnen, unterstützt wurden sie bei diesem Unterfangen von Endres und seiner Holden Nicole. Bereits in den frühen Morgenstunden verliess der Karren Mims Heim und begab sich auf den unbeschwerlichen Weg. Unter grauem und wechselhaftem Himmelsdach erreichten sie ihr Ziel und wurden von Mina und Toni, den werten Weibern des Burgvolkes, in Empfang genommen. Alsbald begann dann auch der Aufbau des Lagers. Trotz widriger Umstände und fehlender Aufbauhilfe, schafften Mim und Arnvidh es recht schnell das Lager auf die Beine zu stellen. In den frühen Stunden nach der Mittagsstunde waren sie bereits dabei, alte Freunde und Bekannte zu besuchen und sich die klammen Knochen zu wärmen. In den ersten Abendstunden, die Sonne war noch nicht untergegangen, erreichten auch Endres und Nicole die Stätte und bezogen ihr Gemach für die Tage. Unterdessen wurde das Mahl für die Speisung zubereitet. Nach der Verköstigung wurden sogleich die Humpen gefüllt und man lachte und plauderte bis tief in die Dunkelheit. Die Stimmung im Lager der Biester schwang auch hinüber zu anderen Lagern, die sich alsbald zu den Biestern gesellten. Und so verbrachte man einen geselligen Abend mit Vertretern unterschiedlichster Clans, von Nordmännern bis zu Hunnen, und so manch‘ einer unter ihnen fand einfach kein Ende.

Der erste Morgen an dieser Stätte, ein wenig frisch und verkatert, begann sehr früh. Arnvidh, der sein Gemach erst in den frühen Tagesstunden und nahe der Dämmerung fand, begab sich auf Erkundung um vielleicht noch ein wenig Brennholz zu finden, Mim unterdessen sorgte derweil für genügend schwarzen Zaubertrunk. Endres und Nicole begaben sich auf den Weg, das frühe Mahl vorzubereiten und suchten die örtliche Backstube auf. Nachdem alle wieder unter dem heimischen Sonnensegel kehrten, stärkte man sich gemeinsam und bereitete das Lager auf die Öffnung der Pilgerstätte vor. Und schon bald strömten die ersten Besucher auf die weiten Wiesen und begutachteten die Waren und Auslagen der Händler, während die Kleinsten unter ihnen sich am Pfade der Ritter bewiesen. So war auch der Roettensmieter der Swadde Spoekelbiester eine Aufgabe, die nur von den Tapfersten und Kühnsten bezwungen werden konnte. Viel Ruhm und Ehre wurden an diesem Tage erlangt und die Spoekelbiester konnten sich in Sicherheit wiegen, wurde die Rattenplage im Lager erfolgreich beseitigt. Dies wurde dann auch mit einem Tanze gefeiert, dem Mim und Nicole beiwohnten. Arnvidh, der in dieser Angelegenheit nur zwei linke Füsse besass und Endres hüteten das wärmende Feuer. Viele Freunde und Bekannte fanden an diesem Tage auch den Weg an den Tisch der Biester, als da wären natürlich der Seelenfänger, ein steter Schatten der Spoekelbiester, die gute Freya, ebenfalls eine Seelenfängerin von besonderem Talent. Ferner suchten Hiljo und Kerstin mit ihren Eulen Onkel Heinz und Dobbie das Lager auf, und auch die Geistlichkeit liess es sich nicht nehmen, nach der Ordnung zu sehen. Günter von Meldorf nebst Gemahlin Petra blieben ebenfalls auf einen Umtrunk. Auch viele Freunde aus den Reihen des Grossenasper Volkes, die bereits im Vorjahr die Gastlichkeit der Biester genossen, waren stete Besucher. Und so herrschte den ganzen Tage ein reges Treiben unter der Dithmarscher Flagge. Zum Abend hin, als sich die Wege des Heerwegs langsam leerten, wurden dann auch die Feuer entzündet und man frönte dem wohligen Geschmacke des Metes. Arnvidh und Endres zogen dann auch noch blank. Ja, Ihr hört richtig, die beiden schlüpften in ihre Adamsgewänder und gönnten sich eine wohltuende Waschung im Zuber. Zusammen mit drei Recken der Nordschafe liessen es sich die beiden bei Met und Bier gutgehen. Und nach dieser wohligen Beschäftigung, die noch mal die Kälte aus dem Körper vertrieb, war dann auch der Tag für die Spoekelbiester beendet.

Der letzte Tag am Heerweg brach an und gut ausgeruht und wie neugeboren begingen die Biester ihr Tagwerk. Dem Umstand geschuldet, dass an diesem Tage weniger Besucher die Pilgerstätte in Angriff nahmen, konnten die Swadde Spoekelbiester selbst ein wenig über den Markt schlendern und so das ein oder andere Handelsgut erwerben. Auch wurde die Gelegenheit noch einmal genutzt Kontakte zu Freunden und Bekannten zu pflegen. Auch den angereisten Künstlern und Spielleuten konnte an diesem Tage ausgiebig zugehört werden. Ein wahrlich entspannender Tag, den die Biester selbst geniessen konnten. Mim und Nicole fanden Gefallen am gemeinsamen Tanze und und schlossen sich wieder dem tanzenden Volke an, selbst Endres wurde mitgerissen dem Tanze beizuwohnen.  Arnvidh sorgte derweil für die Zubereitung der letzten Speisen. Doch alles findet einst ein Ende und die Stunde der Abreise näherte sich bedächtig. Zur siebzehnten Stunde begannen die Biester gemächlich mit der Verstauung des Lagers und der Beladung der Karren. Und alsbald galt es alten und neuen Freunden Wiedersehen zu sagen, doch sollte es nur von kurzer Dauer sein. Man wusste, viele von ihnen würde man bei der nächsten und letzten Pilgerung in diesem Jahre erneut beehren können. Und so verliessen die Swadde Spoekelbiester eine grossartige Pilgerstätte, die gewiss auch im folgenden Jahre aufgesucht werden würde. Nicht nur aufgrund der schönen Vergangenheit zu Großenaspe, sondern auch wegen der tiefen Freundschaft zum Burgvolk zu Wittorf.

Nun, mein Freund, dies war das vorletzte Kapitel der diesjährigen Pilgerung. Ich hoffe, Euch hat diese Geschichte gefallen. Und wenn Ihr wollt, so lasset uns noch ein Weilchen in dieser Taverne verweilen. Lasset uns noch einen Humpen trinken und singt mit uns!

Die Bilder wurden aufgenommen und zur Verfügung gestellt von Arnvidh und Seelenfänger [Photographie].